Hintergrund

Österreich wählt - wird in den Medien verkündet
Obwohl die Wahlbeteiligung bereits bei der letzten Nationalratswahl drastisch auf 78,49% zurückgegangen ist.
Europaweit ist die immer geringer werdende Wahlbeteiligung ein Thema und eine Problematik der man sich nicht mehr verschließen kann.

Wählen gehen – aber wen?
Eine Frage, die sich in einem Umfeld von wirtschaftspolitisch kaum noch unterscheidbaren, und gesellschafts-/sozialpolitisch in absurde Richtungen abdriftenden Parteien immer mehr Menschen stellen. Die wenigsten können noch aus den gegebenen Möglichkeiten für sich eine zufriedenstellende Wahl treffen.

Die Konsequenzen für viele Wahlberechtigte: 4 Varianten der „Demokratieverweigerung“

Variante1 / die „Nicht-Wahl“ + 41% = 1.314.112 WählerInnen haben 2006 diese Variante gewählt
Am Wahltag zu Hause bleiben, was nicht nur demokratiepolitisch problematisch ist, sondern von Politik und Gesellschaft als politisches Desinteresse und Unmündigkeit mißinterpretiert wird

Variante2 / die Wahl als taktisches Manöver
Medial und privat werden Szenarien durchgespielt um zu verhindern, dass bestimmte Regierungskonstellationen Realität werden – man wählt nicht eine Partei der man vertraut, sondern auf Grund taktischer Überlegungen

Variante3 / die Wahl des „geringsten Übels“
Man kann sich mit keiner Wahlmöglichkeit identifizieren – also wählt man die Partei von der man die geringsten Verschlechterungen erwartet.

Variante4 / die ungültig Wahl + 18% = 85.499 WählerInnen haben 2006 diese Variante gewählt
Eine denkbar schlechte Möglichkeit seinen Unmut über die herrschenden Verhältnisse auszudrücken

Das Ergebnis: 1.314.112 ÖsterreicherInnen sind nicht wählen gegangen, und 85.499 haben ungültig gewählt
Die Steigerung der Ungültig-Wähler zu 2002: +18%
Die Steigerung der Nicht-Wähler zu 2002: +41% !

1.657.475 Wahlberechtigte - und damit die stimmstärkste Fraktion- haben Ihren Unmut zum Ausdruck gebracht – praktisch ohne mediales Interesse.
Würde dieses Viertel der Stimmberechtigten ins Gesamtkalkül der Wahlresultate einbezogen werden, hätten die beiden Großparteien zusammen nur noch knapp 50% der Stimmen. Diese Rechnung ist mehr als ein Zahlenspiel. Stellt man noch dazu das derzeit geltende System der Parteienförderung und die völlig unterschiedlichen Kommunikationskanäle in Rechnung, erhebt sich zunächst einmal die grundsätzliche Frage: Wie repräsentativ ist unsere Demokratie?

Wir fordern daher:

Die Einführung eines zusätzlichen Feldes auf Wahlzetteln, das lautet:
"Ich bin mit keiner der Auswahlmöglichkeiten einverstanden."

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